Die Eifeler Kirmes im Wandel der Zeit

Ein Arikel aus dem Sonderheft 50 Jahre Schleidener Wochenspiegel

Immer sehr gut besucht ist die Kommerner Kirmes mit Handwerkermarkt.

Am Beispiel der Kirmes in Kommern wird der Wandel deutlich, den einige Dorffeste in den letzten 50 Jahren genommen haben – von vier Schaustellern 1968 bis zu 40 im Jahr 2018.
Wer an Kirmes denkt, hat den Geruch von Popcorn, gebrannten Mandeln und Backfisch in der Nase. Alles ist bunt, überall blinken Lichter und Schausteller machen lautstark auf sich aufmerksam. Die Kirmes in der Eifel hat eine lange Tradition. Aus dem ehemaligen Kirchweihfest, auch Kirchmess genannt, entwickelte sich ab dem Mittelalter die Veranstaltung, wie wir sie heute kennen mit Warenhändlern, Buden und Karussells.
Ende der 70er Jahre war die Kirmes in Kommern auf einen Tiefpunkt abgesackt: »Wir hatten noch eine Schiffsschaukel, ein Karussell und vier oder fünf Bunden. Es war nicht mehr viel los auf der Kirmes«, erinnert sich der ehemalige Ortsvorsteher Johannes Ley an das Volksfest vor 50 Jahren.

Plakat für den historischen Jahrmarkt in Kommern aus früheren Jahren.

Dieser Zustand sollte fast ein Jahrzehnt andauern. »Ich erinnere mich, dass viele kleinere Orte die gleichen Probleme hatten. Dazu gehörte auch die Kirmes in Gemünd«, so Ley. In Kommern sollte sich dies im Jahr 1979 ändern. Der kleine Ort feierte seine 750 Jahrfeier und auch die Kirmes wurde in das Fest eingebunden. Schausteller Rudolf Barth kam mit historischen Fahrgeschäften und die ersten Grundlagen, die Kirmes wieder nach vorne zu bringen, wurden gelegt.
Der endgültige Erfolg stellt sich dann ab 1987 ein. Helga Weiermann hatte die Idee, der Kirmes einen »alten Handwerks- und Kunsthandwerkermarkt « anzuschließen. Die Premiere fand am 18. Oktober 1987 statt. Die Organisatorin erinnert sich noch genau: »Durch den Handwerkermarkt wurde die Kirmes wieder nach oben gebracht.«
Kommerns-Konzept zahlte sich aus Helga Weiermann, die jahrelang bei der Organisation der Satzveyer Ritterspiele beteiligt war und gute Kontakte zu den Handwerkern hatte, setzte die Planung in die Tat um. Das Ambiente des historischen Ortskern war bestens für einen solchen Markt geeignet. Das Konzept sollte sich auszahlen. Stetig wuchsen die Besucherzahlen. In diesem Jahr konnte der Historische Jahrmarkt mit Kirmes bereits zum 33. Mal stattfinden. Schon im ersten Jahr war der Zulauf enorm. Rund 100 Aussteller säumten die Kölner Straße und den Bereich rund um die Bürgerhalle.
Heute ist die Kirmes in Kommern ein Besuchermagnet. Aus ganz Deutschland nehmen etwa 80 Handwerker an dem historischen Markt teil. Zu ihnen zählen unter anderem eine Mausefallenkrämerin, Drechsler, Schmied, Seilmacher, Buttermacher aus Holland, Spinnerinnen und viele mehr. Auf Genießer warten unter anderem kulinarische Köstlichkeiten wie Käseherstellung aus Holland, Ziegenkäse, Senf, diverse Schnäpse, Tees, Weine, Flammkuchen, Spezialitäten
vom Wild und selbst gemachte süße Leckereien. Dazu gesellen sich rund 40 Kirmesschausteller. Darunter auch eine historische Schiffsschaukel und die üblichen Kirmesfahrgeschäfte, wie Kinderkarussell, Raupe und Autoselbstfahrer.
Ein Dauerbrenner unter den Ausstellern ist ein Stand mit allen Arten von Socken. »Seit 40 Jahren ist uns dieser Aussteller treu. Viele Besucher kommen extra wegen ihm auf die Kirmes«, freut sich Vereinskartells-Vorsitzender und Ortsvorsteher Rolf Jaeck. Auch der »Bürgermeister« von Kommern Jaeck ist sich sicher, dass sich die Kirmes nur in der Kombination mit dem historischen Handwerkermarkt durchgesetzt hat.
»Wir haben eine ständig steigende Zahl von Schaustellern. Ohne den Handwerkermarkt hätten wir heute sicherlich keine Kirmes mehr.« Auch der Termin für die Kirmes ist für die nächsten sieben Jahre fest: »Wir haben mit den Schaustellern ausgemacht, dass wir immer am dritten Sonntag im Oktober dran sind«. Ebenfalls zur Tradition gehört, dass die Karnevalsgesellschaft Greesberger ihre Tollitäten für die Session im Rahmen der Kirmes im Festzelt vorstellt. »Wir können uns glücklich schätzen, dass wir mit den Söhnen Kommerns und der Maijungen zwei Vereine haben, die tatkräftig mitarbeiten und dieses schöne Volksfest möglich machen«, freut sich Rolf Jaeck schon auf »seine« Kirmes 2019.

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