Opel GT, ein Flitzer aus dem Jahr 1968

Artikel aus der Sonderauflage 50 Jahre Wochenspiegel Schleiden

Esther Hack aus Kommern liebt den Opel GT aus dem  Jahr 1968 und beschreibt das Fahrgefühl mit dem Werbeslogan aus der Zeit: »Nur fliegen ist schöner«. Vor 50 Jahren war das Straßenbild in der Bundesrepublik Deutschland geprägt von VW Käfer, Opel Kadett und Ford Taunus. Wer sich zu dieser Zeit ein neues Auto kaufen wollte, entschied sich immer öfter auch für ein sportliches und schnittiges Fahrzeug.
Insgesamt wurden vor 50 Jahren in der BRD über 2,8 Millionen Fahrzeuge verkauft. Erfolgreichster Hersteller war Volkswagen, der knapp die Hälfte der insgesamt verkauften Fahrzeuge produzierte. Um die Vormachtstellung zu behalten, stellte der Konzern 1968 den VW 411 vor. Dabei handelte es sich um eine Limousine der Mittelklasse mit Schrägheck. Durch den luftgekühlten Heckboxermotor wurden die hinteren Räder angetrieben. Die Motorenstärke reichte von 68 bis 85 PS. Da der Motor im Heck untergebracht wurde, musste der VW 411 seinen Kofferraum nach vorn verlagern. Hier bot sich eine Menge Platz. Der Preis lag damals bei knapp 7.800 DMark. Vor allem Opel reagierte auf die neue Sportlichkeit der Käufer und präsentierte den Opel GT. Eines der ersten Modell dieses Sportwagen nennt Esther Hack aus Kommern ihr Eigen. »Nur Fliegen ist schöner«, beschreibt sie das Fahrgefühl des Rüsselheimer Sportlitzers, so war auch der Werbeslogan für den Opel GT, der 1968 mit etwas über 11.800 Mark auch für den Normalbürger interessant war. Bereits Anfang der 1980er Jahre hatte Esther Hack einen Opel GT als fahrbaren Untersatz. Aber wie es im Leben so läuft wurde das Fahrzeug irgendwann wieder verkauft. Vor etwas mehr als drei Jahren fand sie dann wieder ein gut geplegtes Exemplar und die Überlegung, es zu erwerben, dauerte nicht lange: »Ich liebe dieses Fahrzeug, ich bin immer wieder begeistert, wenn ich einsteige und den Opel das erste Mal nach der Winterpause bewegen darf«, meint Esther Hack über das Fahrgefühl im Opel GT, der in der Silhouette stark an die Chevrolet Corvette erinnert und damals auch »Corvette des kleinen Mannes« genannt wurde.
Esther Hack jedenfalls wird ihren »Freddy II« nicht mehr verkaufen: »Ich liebe das Fahrgefühl, auch wenn gegenüber modernen Autos die Servolenkung fehlt und das Kupplungspedal schon ein starkes linkes Bein braucht.« Der Opel GT beschleunigt von 0 auf 100 km/h in gerade einmal 11,5 Sekunden, ein toller Wert für ein 50 Jahre altes Auto. Er beeindruckte mit seinen versenkbaren Scheinwerfern, die so in den 1970er Jahren nur bei teuren Sportwagen zu sehen waren. Dazu gab es Schalensitze, ein Dreispeichen Lenkrad und eine Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h.
In den USA eroberte zur gleichen Zeit der Ford Mustang die Gunst der Käufer. Deutsche Kunden der Marke Ford mussten sich mit dem Ford Capri begnügen. Die 75 PS Maschine war nicht wirklich kräftig, dafür sah der Capri aber extrem sportlich aus. Zudem überzeugte der Capri mit seinem Preis. Er kostete im Autojahr 1968 knapp 8.000 Mark.
Ein starkes Auto kam auch aus der Werkstattschmiede von Daimler Benz. Der Stuttgarter Autobauer präsentierte den 300 SEL 6,3. Der Mercedes kam in nur 6,5 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Damals war der SEL damit sogar schneller als der Ferrari GTC oder auch der Porsche 911 S. Aus der Münchner Autoschmiede BMW kamen im Herbst des Autojahres 1968 die Modelle 2500 und 2800 auf den Markt, mit 150 und 170 PS starken Motoren. Beide Autovarianten überzeugten als Viertürer mit Scheibenbremsen, zu dem gab es hier auch eine Getriebeautomatik. Die Preise lagen zwischen 15.500
und 17.500 Mark. Konkurrent Audi schickte erstmalig seinen flotten Audi 100 ins Rennen. Er stand als Zwei und Viertürer zur Wahl. Und die LS-Version konnte es mit Konkurrenten wie dem Opel GT aufnehmen. Der Preis für den Audi 100 LS betrug rund 9.300 Mark.
Die Interessengemeinschaft Oldtimerfreunde Kommern veranstaltet alle zwei Jahre ein Treffen, wo alle diese Fahrzeuge zu sehen sind.

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