Tour-Tagebuch II: Extremsportler strampeln für Kinderhospiz

Eifelon Barcelona

Sie haben es geschafft. Jörg Frühauf und André Hauschke sind gestern in Barcelona angekommen und haben die Fähre nach Mallorca genommen. Die Radtour von Euskirchen führte sie durch sieben Länder und 1.904 Kilometer: Über die Alpen, den Mont Ventoux mit 1.912 Metern über NN, durch Andorra und die Pyrenäen. Auch das Spendenkonto füllte sich mit über 15.000 Euro für das Kinderhospiz „Regenbogenland“ mit Hauptsitz in Düsseldorf, das Kinder in ihrer letzten Lebensphase betreut und sich um deren Eltern zu kümmert. „Auf dem Spendenkonto sind über 5.500 Euro eingegangen und unsere Firmenkunden haben über 10.000 Euro auf ein separates Spendenkonto eingezahlt. Wir sind mit dem Ergebnis mehr als zufrieden und ich bin unendlich stolz auf die Leistung meines Mannes“, meinte eine sichtlich gerührte Ehefrau Ana Frühauf.

Das Tagebuch der Tour:
5. Tag: Die Tour von Jörg Frühauf und André Hauschke führte von Les Rousses nach Voiron über 186 km. Beim Start am Morgen mussten die beiden noch mit dem Bodenfrost auf dem Jura-Plateau kämpfen. Dick verpackt starteten die beiden. Nach einem Anstieg kam dann die ersehnte, ziemlich schnelle Abfahrt, die immer wieder von heftigen Anstiegen unterbrochen wurde, hinunter ins Rhonetal. Weiter ging es entlang eines Höhenrückens mit toller Aussicht im Osten auf den Mont Blanc in Richtung Voiron in die Dauphine Alpen. Am Abend zeigte der Fahrradcomputer 925 Kilometer.

6. Tag: Die 6. Etappe führt über 191 km von Voiron durch die Dauphine Alpen in die Provence und an den Fuß des „Monster-Rad“-Berges Mont Ventoux in Malaucene. Die beiden legten dabei ein hohes Tempo vor, um sich für die Königsetappe auf den Mont Ventoux lange genug auszuruhen. „Dieser Radmythos ist auch schon vielen Radprofis zum Verhängnis geworden. Auch uns macht die kommende Etappe schon etwas Kopfzerbrechen, denn die Profis bezwiegen diesen Berg ohne das Gepäck, was wir mitschleppen“, gibt sich André Hauschke am Etappenziel nachdenklich.

Eifelon Mont Ventoux

Am körperlichen Limit kämpfend quält sich Jörg Frühauf auf das Dach der Königsetappe: Mont Ventoux.

7. Tag: Die Königsetappe steht an. Der Mont Ventoux stellt sich Jörg Frühauf und André Hauschke in den Weg. Trotz Gepäcks schafften es die beiden, den Gipfel in 1.912 Meter über NN ohne Anhalten oder abzusteigen zu erreichen. „Wir waren tatsächlich die einzigen von Hunderten von Bergfahrern, die den Mont Ventoux bezwungen haben die mit Gepäck unterwegs waren. Viele von ihnen schauten uns etwas verwundert an, als sie die Beladung im Gegensatz zu ihren bergleicht getunten High-Tech Rädern bestaunten. Morgen geht es dann endlich ans Meer“, freute sich Hauschke im Etappenziel in Avignon.

Mont Vontaux 4

Gipfelfoto auf dem Dach der „Tour de Mallorca“.

8. Tag: Von Avignon geht es über 177 Kilometer nach Cap d´Agde. Bei schönem Radwetter erreichen die beiden ohne große Probleme das Mittelmeer und genießen am Strand die Sonne und das Wasser. Nach der 8. Etappe zeigt der Radcomputer eine Gesamtstrecke von 1.390 km bei der Benefiz Tour de Mallorca.

9. Tag: Es regnet wieder in Strömen und an der Küste heißt es Land unter. Trotzdem haben sich Frühauf und Hauschke dazu entschlossen, bereits um 6.00 Uhr auf die Räder zu steigen. Nach Dauerregen und einigen Pannen erreichen sie vollkommen durchnässt nach 192 Kilometern das Etappenziel in Vernet le Bains in den Pyrenäen.

10. Tag: Um weitere Kilometer zu machen, planen die beiden am 10. Tag einen Abstecher nach Andorra. 202,5 Kilometer zeigt der Tageskilometerzähler auf dem Weg nach Barcelona. Dabei erkletterten sie den 1.589 Meter hohen Pass zum Mont Louis bei extremem Regen und immer tieferen Temperaturen. Der geplante Übergang Porta Envalira nach Andorra auf 2.405 Metern muss dabei wegen Schneefalls leider ausfallen. Bei der Abfahrt nach Bourg Dame gab es dann eine weitere Schrecksekunde: Mehrere Reifenplatzer und eine defekte Luftpumpe machte den Extremsportlern bei strömenden Regen und durchnässten Klamotten das Leben noch schwerer. Nach erfolgreicher Reparatur gab es für die beiden trockene Bekleidung und einen Café au lait zur Stärkung. Aber leider war die Pannen noch nicht zu Ende. Ein Speichenbruch am Fahrrad von Joerg Frühauf machte den beiden weiteres Kopfzerbrechen. In der Hoffnung, einen Radladen zu finden, erreichen sie das Etappenziel nach 2.217 Höhenmetern.

11. Tag: Nach der Reparatur des Laufrades von Jörg Frühauf geht es nur noch lockere 125 Kilometer von Solsona nach Barcelona, wo die Fähre nach Mallorca wartet. Auf der Lieblingsinsel der deutschen Urlauber werden die beiden noch eine große Runde drehen.

Fortsetzung folgt…

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