Tour-Tagebuch: Extremsportler strampeln für Kinderhospiz

Sich sportliche Höchstleistungen abzuverlangen, ist die eine Sache. Sich engagiert für soziale Zwecke einzusetzen, eine andere. Nun haben sich zwei Eifeler Extremsportler beiden Herausforderungen gestellt, um das Düsseldorfer Kinderhospiz „Regenbogenland“ zu unterstützen. Seit vergangenen Montag sind der Euskirchener Unternehmer Jörg Frühauf und der Euskirchener Mountainbike-Höhen-Weltrekordler André Hauschke mit dem Rennrad auf ihrem Weg nach Mallorca. Dabei wollen die beiden Sportler 1.640 Kilometer und jede Menge Höhenmeter von Euskirchen bis zur Fähre in Richtung der beliebten Ferieninsel in zehn Tagen zurücklegen. Als krönenden Abschluss wird es dann auf der Insel eine Tagesetappe geben.

Fast zeitgleich mit dem Start der beiden Extremradfahrer nimmt Frühaufs Ehefrau Ana Maria ebenfalls eine Herausforderung an: Sie beginnt eine einjährige Ausbildung, um ehrenamtlich im Kinderhospiz „Regenbogenland“ mit Hauptsitz in Düsseldorf Kinder in ihrer letzten Lebensphase zu betreuen und sich um deren Eltern zu kümmern. Durch ihre frühere Tätigkeit als Rettungsassistentin bringt sie einige Erfahrung mit. Und durch das Pflegekind, das sie in ihre Familie aufgenommen hat, weiß sie, wie wichtig es ist, sich für andere Menschen einzusetzen.

So entstand die Idee, die „Tour de Mallorca“ für den guten Zweck zu nutzen. Frühauf wird auf der Tour von Geschäftsfreunden unterstützt. Über eine Internetseite können sich weitere Menschen als Sponsoren betätigen und „Kilometergeld“ oder einen frei wählbaren Betrag spenden, der „eins zu eins“ – also ohne jeglichen Gebührenabzug – an das Kinderhospiz „Regenbogenland“ geht.

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Ab der heutigen EIFELON-Ausgabe können Sie das Tagebuch der Tour mitverfolgen:

1. Tag: Die Tour begann auf dem Firmengelände von Jörg Frühauf in Euskirchen. Von dort aus ging es Richtung Belgien. „Über das Auf und Ab in den Ardennen sind wir bis nach Luxemburg gefahren“, berichtet André Hauschke vom Tourstart. Zu Beginn war es sehr frisch, doch später war es ein Tag mit perfektem Radwetter und wenig Gegenwind. Die beiden Radsportler erreichten das Etappenziel im „Lux-Centre“ nach 175 Kilometern.

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Im Etappenziel des ersten Tages: André Hauschke und Jörg Frühauf am Lux-Center in Luxemburg. [Foto: privat]

2. Tag: Dieser Tag sollte für Jörg Frühauf und André Hauschke nicht ganz so gut verlaufen. Von Luxemburg ging es an der Mosel entlang nach Epinal (212 Kilometer). Dabei hatten sie alles, was Radrennfahrer nicht brauchen können: Dauerregen und Gegenwind. „Nachdem wir in Luxemburg noch an Jörgs Rad eine neue Kette montiert haben, sind wir im strömenden Regen und Berufsverkehr in Richtung Frankreich gestartet. Nach gefahrenen 147 Kilometern immer noch Regen. Wir waren total durchnässt und kurz vor der Aufgabe. Noch 63 Kilometer bis zum Tagesziel. Es war eine Horrorfahrt und die längste Regenfahrt, die ich je erlebt habe“, so Hauschke. Aber die beiden bissen die Zähne zusammen und erreichten vollkommen durchgeweicht das Ziel in Epinal.

3. Tag: Von Epinal nach BelleEtage/Maiche zur Juraplateau in Frankreich rund 176 Kilometer. „Das waren zwar mehr Kilometer als geplant. Aber wir sind vor dem nassen Wetter Richtung Jura geflüchtet“, erklärt André Hauschke die Änderung der Streckenführung. Trotzdem schafften es die beiden nicht, dem Regen auszuweichen. „Vor allen war es bei den Abfahrten sehr kalt“, meinte Hauschke nach den ersten Bergetappen über die Cols (Pässe) in den Vogesen. Insgesamt meisterten die beiden an diesem Tag 2.600 Höhenmeter. Dabei machte sich auch erstmals das Gepäck bemerkbar. Da die beiden ihre komplette Ausrüstung am Rad tragen, bedeutet dies rund 10 Kilogramm mehr, was sich sowohl beim Aufstieg als auch bei den Abfahrten als großer Nachteil herausstellte. Am Abend hieß es Wäsche waschen. Sie hoffen, dass diese bis zum nächsten Morgen vor dem Weg in die Schweiz wieder trocken ist.

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Am Rad von Jörg Frühauf musste ein neues Tretlager eingebaut werden. [Foto: privat]

Tag 4: Von Belletage Jura in Frankreich starten die beiden um 8.30 Uhr zur nächsten Etappe. Das Wetter war in den Morgenstunden noch neblig. Doch im Laufe des Tages kam dann die Sonne und sie fuhren bei gutem Radwetter über das Hochebenen-Plateau des Jura von Frankreich in die Schweiz. „Wir haben das gute Wetter voll genossen“, freute sich Hauschke nach den langen Regenfahrten an den Vortagen. Doch das Hochgefühl wurde durch einen technischen Defekt am Rad von Jörg Frühauf getrübt. Das Tretlager machte Probleme und man musste sich auf die Suche nach einem Fahrradgeschäft machen. „Das hat uns gut drei Stunden gekostet“, so Hauschke. Letztendlich konnte die Lagerschale aber erst im Etappenort Les Rousses ausgebaut und durch ein neues Lager ersetzt werden. Dennoch war die Strecke von 153 Kilomtern und einigen Höhenmetern, entlang der Jura-Berge, für die beiden ein Hochgenuss.

Fortsetzung folgt…

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