MECHERNICH. Oldienacht war wieder spitze

Über zehn Stunden Livemusik begeisterten 2.000 Zuschauer in der Firmenicher TON-Fabrik bei der 18. Auflage der Mechernicher Oldienacht – Kurzfristige Absage der Band „Direstrats“ brachte die Veranstalter nicht aus der Ruhe – „Männer von Flake“ sprangen kurzfristig ein – Scheck in Höhe von 32.500 Euro für die Kinderkrebsstation der Bonner Uni-Klinik übergeben

Mechernich-Firmenich – Es war schon eine Hiobsbotschaft am Samstagmorgen: Um 9 Uhr erreichte die Organisatoren der Hilfsgruppe Eifel die Nachricht, dass die Band „Direstrats“, die als letzter Gig des Abends eingeplant war, wegen einer Erkrankung des Lead-Gitarristen Wolfgang Uhlich absagen musste. Doch Ersatz war schnell gefunden. Joachim “Joga” Waasem, Gitarrist der „Männer von Flake“ aus Bad Münstereifel hatte angerufen und nach Karten für den Abend gefragt. „Habt ihr gegen 0.30 Uhr schon etwas vor?“, lautete die Gegenfrage von Hilfsgruppenchef Willi Greuel. Als Wassem verneinte, war die Sache schnell in trockenen Tüchern: „Dann braucht ihr keine Eintrittskarten. Bringt einfach eure Instrumente mit und tretet einfach auf.“ Die Kurstadt-Rocker sagten sofort zu. „Der Anruf erreichte mich beim Einkaufen in Euskirchen. Eigentlich wollte ich heute Abend einen ruhig Abend mit meiner Frau verbringen, aber wenn die Hilfsgruppe uns braucht, sind wir sehr gerne spontan dabei“, freute sich Schlagzeuger Jürgen Schröder über den ungeplanten Auftritt seiner Band. „So etwas geht nur, wenn man seit Jahren gute Kontakte zu den Musikern hat“, freute sich Hilfsgruppen-Sprecher Reiner Züll über die Spontaneität der Musiker.
Bereits um 16 Uhr begann mit dem Auftritt von Ricardo Angel im Foyer der TON-Fabrik. Die Veranstaltungshalle in der Firmenicher Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat war zum fünften Mal Austragungsort des Musikmarathons. Wieder einmal waren mehr als 2.000 Fans dem Aufruf der Hilfsgruppe Eifel gefolgt und zur Kultveranstaltung geströmt. Dabei kamen die Zuschauer nicht nur aus der Region, sondern reisten aus ganz Deutschland an. Erstmals dabei waren auch viele Fans aus Belgien. „Wir haben mit dem ostbelgischen Radiosender Radio 700 einen neuen Medienpartner, der kräftig für uns die Werbetrommel gerührt hat“, freute sich Züll.
Wieder einmal restlos begeistert waren die Fans von dem Auftritt der Kulttruppe „The Rattles“. Zum dritten Mal rockten die Oldstars um Frontmann Herbert – sie stehen seit 55 Jahren auf der Bühne – Hildebrandt, die TON-Fabrik. Wie die Rattles, hatte sich ein knappes Dutzend anderer Bands in den Dienst der guten Sache gestellt. So konnten sich die Zuschauer an der Coverband „Bosstime“, die sich den Songs von Bruce Springsteen widmen, ebenso erfreuen wie an der Bon-Jovi-Coverband „Bounce“. Alle Musiker treten bei der Oldienacht ohne Gage auf und erhalten lediglich eine Entschädigung für ihre Reisekosten.
Absolutes Highlight des Abends war der Auftritt der aus den 1970er Jahren stammenden schottischen Kultband „Middle of the Road“. Die Band, die mit dem Song „Chirpy Chirpy Cheep Cheep“ einen Welthit landete, war extra aus London eingeflogen worden.
Von Samstagmorgen bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags waren rund 120 Helfer der Hilfsgruppe Eifel im Einsatz. „Ohne diese helfenden Hände wäre ein solches Mega-Event nicht möglich. Ein ganz besonderer Dank gilt auch den Mitgliedern des Motorradclubs Gremium“, sagte Reiner Züll. Wie der Hilfsgruppen-Sprecher berichtete, übernehmen die Rocker seit nunmehr 15 Jahren ohne Bezahlung den Sicherheitsdienst bei der Oldienacht. In dieser Zeit sei es nie zu Vorfällen gekommen.
Natürlich durfte auch bei der 18. Mechernicher Oldienacht die obligatorische Scheckübergabe nicht fehlen. Aus den Händen von Willi Greuel erhielt Lutz Hennemann, Vorsitzender des Förderkreises der Kinderkrebsstation in der Bonner Uni-Klinik, eine Scheck in Höhe von 32.500 Euro. Mit dieser Spende können die beiden ambulanten Krankenschwestern bezahlt werden, die die Familien mit leukämiekranken Kindern unterstützen. „Damit haben wir in den letzten 23 Jahren insgesamt 792.500 Euro gespendet“, erklärte Reiner Züll stolz.
Nach der Scheckübergabe gab es dann noch eine große Überraschung für den Hilfsgruppenchef, der gerade erst seinen 70. Geburtstag gefeiert hatte. „Willi ist in dieser Woche zweimal 35 Jahre alt geworden“, erklärte Tom Sauer, der gewohnt souverän die Veranstaltung moderierte. Gemeinsam mit den rund 2.000 Gästen stimmte Philip Magoo „Happy Birthday“ für den sichtlich gerührten Willi Greuel an. Für das Geburtstagsständchen war der Frontmann der Gruppe „Flieger“, die im Vorjahr bei der Oldienacht mit von der Partie war, nach Firmenich gekommen. Zum Abschluss rockten dann „Männer von Flake“ mächtig die Bühne, und die Zuschauer sangen und jubelten mit der Münstereifeler Rockband.
Auch die 19. Auflage der Oldienacht ist schon in Planung. Schon 18 Bands haben sich für einen Gig im kommenden Jahr beworben.

www.kinderkrebshilfe-eifel.de

pp/Agentur ProfiPress

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