ODESHEIM. Nach fast 50 Jahren droht das Ende

Hundefreunde sind verärgert: Pachtvertrag für Übungsplatz in Odesheim wird von der Stadt nicht verlängert

Artikel aus dem Wochenspiegel Euskirchen

Bereits 1968 gründete der Münstereifeler Polizist Gerd Breitbach die Ortsgruppe Mutscheid im Verband für Deutsche Schäferhunde e.V. Damals bekam der Verein von der Stadt Bad Münstereifel einen rund 2000 Quadratmeter großen Übungsplatz im Höhengebiet in Odesheim zugewiesen. Nun, kurz vor dem 50-jährigen Bestehen des Vereins, wurde der Pachtvertrag von der Stadt nicht mehr verlängert. Als Grund werden Beschwerden aus der Bevölkerung angegeben. Die Verantwortlichen des Vereins sind ratlos.
BAD MÜNSTEREIFEL (PD). Seit rund 47 Jahren betreibt der Verein auf dem Übungsplatz in Odesheim die Ausbildung von Hunden für den Rettungsdienst und für die Hundestaffel der Polizei. Nun soll Ende 2017 Schluss damit sein. »Wir wissen nicht genau, warum der Pachtvertrag nicht verlängert wird. Es sollen sich Nachbarn beschwert haben. Das Hundegebell soll sie wohl stören«, erklärt Vereinssprecher Patrick Milz.
All die Jahre war Ruhe rund um den Platz. Milz erinnert sich: »Wir haben immer wieder befreundete Verein zu Gast auf dem Areal. Meistens geht es dabei um Prüfungen in Wettkampfform. Immer wieder waren auch Anwohner aus Odesheim zu Gast und haben ein Bier mit uns getrunken. Das Verhältnis war immer gut. Probleme gab es dabei nie.«
Neben der Ausbildung von Rettungs- und Polizeihunden kann man in Odesheim auch den Sachkundenachweis zum Führen von Hunden machen. Das wird von manchen Kommunen verlangt. »Dabei ist jeder willkommen, egal welche Rasse sein Vierbeiner hat. Diese Aufgabe ist für uns besonders wichtig, denn wir wollen nicht nur mit unserer Ausbildung von Rettungs- und Polizeihunden etwas Positives für die Bevölkerung bewirken, sondern auch den normalen Hundehalter unterstützen«, so Milz.
Interessanterweise kommt die Beschwerde über die Lärmbelästigung nicht aus Odesheim, sondern aus dem rund 550 Meter Luftlinie entfernten Berresheim, das durch ein Tal und einen Wald vom Übungsgelände getrennt ist. Für die rund 20 Hundefreunde ist die Kritik nicht nachvollziehbar. Sie sind ratlos und wissen derzeit nicht, wie es nach 2017 weitergehen soll. »Wir haben uns jetzt bei einem Rechtsbeistand Rat eingeholt und werden alles versuchen, das Gelände zu halten. Denn wenn wir den Pachtvertrag nicht verlängert bekommen, droht uns jede Menge Arbeit. Zum Beispiel, weil wir das Gelände in den Urzustand zurückbauen müssten.«
Die Fronten zwischen Verein und Stadt sind allerdings verhärtet. Die Stadt Bad Münstereifel besteht auf Nachfrage des Wochenspiegels auf der Beendigung des Pachtvertrages: »Die Rechtsanwälte von Herrn Milz haben Akteneinsicht beantragt, die im Januar stattgefunden hat. Zurzeit warten wir auf die Antwort der Rechtsanwälte. Von Seiten des Forstbetriebs, der Verpächter der Fläche ist, bestand Handlungsbedarf, da es vermehrt Beschwerden aus der Bevölkerung gab und in Gesprächen mit den Pächtern für uns keine Anzeichen auf eine gegenseitige Rücksichtnahme ersichtlich waren«, erklärt Pressesprecherin Marita Hochgürtel. »Das stimmt so nicht, wir haben sofort nach dem Schreiben der Stadt, im Oktober, Akteneinsicht beantragt. Das ist leider nicht umgesetzt worden«, entgegnet Milz, der andere Motive hinter der städtischen Entscheidung vermutet.
Wie auch immer die Sache ausgeht – noch ist der Verein auf »seinem« Platz aktiv. Man trifft sich jeden Sonntag von 11.30 bis 16 Uhr, Gäste sind mit ihren Hunden – egal welche Rasse – immer willkommen. Infos bei Patrick Milz unter 0177/3050690.

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