MOTORSPORT. Rennfahrer aus Leidenschaft

Mit einem alten Alfa Romeo hat alles angefangen

Aus der Sonderbeilage des Wochenspiegels Euskirchen

Drei Jahre lang hatte Frank Stippler mit seinem Vater Hermann einen alten Alfa Romeo in mühevoller Kleinarbeit restauriert und getunt. Dann saß er zum ersten Mal bei einem historischen Autorennen am Steuer. Das war 1992. Heute ist der 39 Jahre alte ausgebildete Ingenieur und Mechaniker einer der besten deutschen Langstrecken-Rennfahrer.
»Den alten Alfa Romeo besitzen wir heute noch«, erinnert sich Frank Stippler gerne an seine Anfänge im Motorsport zurück. Über einen Ford Cosworth fand er den Weg in den modernen Rennsport. Sein Aufstieg verlief rasant. Ab 1997 verschrieb er sich für Jahre der Stuttgarter Rennsportschmiede Porsche. Sechs Jahre lang startete er im nationalen Porsche Carrera Cup und später auch im internationalen Porsche Michelin Supercup, dessen Rennen im Rahmenprogramm der Formel 1 ausgetragen wurde. 2000 und 2002 feierte er dabei im Porsche Carrera Cup den Vizemeistertitel. Sein erfolgreichstes Jahr im
Porsche 996 GT3 war dann 2003. Sowohl im nationalen Porsche Cup, als auch im internationalen Supercup holte er die Meisterschaft auf einem von Farnbacher-Racing eingesetzten Fahrzeug.

Ein Rennen aus dem Jahr 2003 wird ihm dabei immer in Erinnerung bleiben. »Ich war das erste Mal auf dem Stadtkurs in Monaco und kannte die Strecke überhaupt nicht. Trotzdem kam ich von Beginn der Trainingssitzungen gut zu Recht auf dem engen Kurs. Am Ende hatte ich die Pole Position erobert. Das war für mich einer der größten Erfolg überhaupt«, so Frank Stippler über seinen ersten Auftritt auf den Straßen des Steuerparadieses. Im Rennen folgte dann schnell die Ernüchterung. Stippler hatte die Chance als Trainingsschnellster genutzt und war sofort in Führung gegangen. Doch die Freude währte nicht lange, als ihn der Gaststarter und damalige Formel-1-Pilot Ricardo Zonta von der Strecke schoss. 000 Stippler

Nach der langen Zeit bei Porsche wechselte er 2004 zu Audi. Neben Einsätzen in der DTM (Deutschen Tourenwagen Meisterschaft) und einem Jahr in der schwedischen Meisterschaft feierte er in den Autos mit den vier Ringen die größten Erfolge bei den Langstreckenrennen. Er gewann die 24-Stunden-Rennen von Spa (Belgien) und am Nürburgring, holte einen zweiten Platz bei den 24-Stunden von Daytona (USA) und feierte die Vizemeisterschaft in der FIA GT Serie. Heute arbeitet der 39 Jahre alte Bad Münstereifeler, der mit der Moderatorin Eve Scheer verheiratet ist, für Audi – neben den Einsätzen bei der VLN (Vereinigung Langstreckenrennen Nürburgring) und in der FIA GT Endurance Series – als Entwicklungsfahrer für die RS-Straßenmodelle des Hauses. Neben dieser Tätigkeit ist er für den TÜV Rheinland als Repräsentant im historischen und modernen Rennsport tätig.

Frank Stippler PD 3

Aber vor allem ist er immer noch sehr schnell unterwegs. Vor einigen Wochen holte er im Training auf der VLN-Variante der Nürburgring-Nordschleife in einem Phoenix Racing Audi R8 LMS ultra in 7:57.474 Minuten den aktuellen Rundenrekord der Serie. Trotz des Engagements bei Audi saß Stippler in der VLN-Saison 2014 für Frikadelli-Racing wieder in einem Porsche 911 GT3 R: »Audi hat mir dafür die Freigabe erteilt, da die Rennen ursprünglich mit ihnen geplant waren. In Ermangelung eines Einsatzfahrzeuges bei den Terminüberschneidungen von Phoenix durfte ich bei der zum Konzern gehörenden Marke Porsche fahren«, erklärt er die Einsätze für das Team von Klaus Abbelen.

Dabei muss er sich auf das andere Konzept der beiden Rennwagen umstellen: »Der 911er hat Traktionsvorteile in engen Ecken. Der R8 ist in schnellen Kurven besser. Auf der gesamten Nordschleifenrunde kompensieren sich aber die Vor- und Nachteile und identische Rundenzeiten sind möglich«, so Stippler über seine unterschiedlichen Sportgeräte. Ein Rennen ist Frank Stippler in seiner Karriere noch nicht gefahren: Die legendären 24 Stunden von Le Mans mit modernen Rennwagen fehlen ihm noch – und das hat einen Grund: »Ich würde sehr gerne mal in Le Mans fahren. Aber ich passe in die aktuellen Prototypen aufgrund meiner Körpergröße nicht hinein. GT3-Autos sind derzeit per Reglement nicht zugelassen. Wenn es nicht mehr klappt, ist es aber auch kein Drama.« Aber es wäre nicht Frank Stippler, wenn er nicht in einem historischen Rennwagen die 24 Stunden von Le Mans für sich entschieden hätte. In einem Maserati Birdcage holte er sich 2010 den Sieg und das gleich doppelt historisch: »Das gleiche Auto, mit dem ich den Sieg holte, war genau 50 Jahre vorher nach 12 Stunden in Führung liegend ausgefallen.«

Wenn er nicht im Renn- oder Testwagen sitzt, verbringt er seine Zeit am liebsten mit Reisen oder er schnürt die Laufschuhe. Für das Jahr 2015 hat er sich noch nichts Besonders vorgenommen: »Sportlich irgendwas mit Audi«, lacht der smarte Münstereifeler. (pd)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Motorsport, SPORT abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s