Judo. Leidenschaft zum Beruf gemacht

Swantje Kaiser ist Judoka seit ihrer frühesten Kindheit

Artikel aus dem Wochenspiegel Schleiden

Es begann alles sehr früh. Im zarten Alter von 5 Jahren startete Swantje Kaiser mit dem Judosport. »Ich habe damals einen Schnupperkurs belegt und bin dann dabei geblieben«, erklärt die heute 20 Jahre alte Sportsoldatin aus Dahlem, die der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Köln angehört.

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Ihre Karriere begann beim JC Vulkaneifel in Daun. »Später bin ich dann zum TV Nassau gewechselt«, meint die Bundeswehr-Hauptgefreite zu ihrem weiteren Karriereweg. Heute ist der Judo-Club Bushido Köln-Süd ihr Heimatclub. Neben demVerein aus der Domstadt geht die 20-Jährige aber auch in der Frauen-Judo-Bundesliga an den Start. »Ich habe eine Startberechtigung für den JC Wiesbaden und gehe für den Verein in der 1. Bundesliga-Süd auf die Matte«, so Swantje Kaiser über ihre heutige Vereinszugehörigkeiten.

Den ersten großen internationalen Erfolg feierte sie als sie 16 Jahre alt war. Bei den Deutschen Meisterschaften im Jahre 2009 holte sie in der Altersklasse U17 den Vize-Titel. Vier Jahre später ging sie dann in der Frauenklasse bei den Deutschen Meisterschaften in Riesa an den Start und belegte dabei in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm einen hervorragenden fünften Platz.

Nachdem sie 2011 in Frankfurt/Oder die Deutschen Pokalmeisterschaften gewann, holte sie sich 2012 den ersten internationalen Titel. Bei der 21. Auflage des international besetzten Thüringen Pokals der U20 Frauen in Bad Blankenburg schaffte sie fünf Siege in Folge. Im Finale schlug sie dabei Emily Dotzler aus Bayern mit der Höchstwertung »Ippon« im Golden Score. Gut gestärkt – »Mein Lieblingsgericht sind Hefeklöße mit Sauerbraten, Eis und natürlich Schokolade« – war sie wohl dann auch bei ihren Auftritten in den European Cups in diesem Jahr. Wieder in ihrer angestammten Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm schaffte sie gleich zweimal den Sprung auf das Treppchen.Bei dem europäischen Pokalwettbewerb in der bosnischen Hauptstadt Sarajewo erkämpfte sie sich den Bronzeplatz. Wenig später im slowakischen Bratislava lief es für die Dahlemerin noch besser. Erst im Finale musste sie sich der Italienerin Anna Righetti geschlagen geben und sicherte sich die Silbermedaille.

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Im Mai dieses Jahres gewann sie dann auch ihren ersten deutschen Titel. Sie ging für die Sporthochschule Köln bei den deutschen Hochschulmeisterschaften – die von der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster ausgerichtet wurden – an den Start und holte sich den Meisertitel vor Sina Felske und Hannah Schorlemmer (beide von der Universität Bochum). Ein Vorbild hat Swantje Kaiser in ihrem Kampfsport natürlich auch. »Ole Bischof ist mein großes Vorbild beim Judo«, erklärt die Dahlemerin im Interview. Der Reutlinger Ausnahmeathlet gewann 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking Gold und wurde damit zum fünften deutschen Judo-Olympiasieger der Geschichte. Nach der Silbermedaille bei der Olympiade in London 2012 beendete Bischof seine Karriere als einer der erfolgreichsten Judokas aus der Bundesrepublik.

Um so weit zu kommen wie Ole Bischof wird Swantje Kaiser noch viele harte Trainingseinheiten absolvieren müssen. Dazu hört sie am liebsten Musik, die zum Bewegen animiert. Viel Platz für andere Hobbys bleibt beim straffen Trainingsplan für die Bundesliga und den European Cup nicht. Gern greift Swantje Kaiser zur Entspannung zum Buch. Ihre Lieblingsbücher sind dabei »Soul Surfer« von Bethany Hamilton und »Beim Leben meiner Schwester« von Jodi Picoult. Auch künstlerisch ist die Sportlerin zu haben: »Ich habe in meiner Schulzeit gerne Theater gespielt, leider habe ich dazu heute keine Zeit mehr. Aber es hat mir immer sehr viel Spaß gemacht.«

Ganz ohne Sport geht es in ihrer knappen Freizeit eben dann auch nicht. Swantje Kaiser schnürt sehr gerne ihre Laufschuhe und arbeitet bei 10 Kilometerläufen an ihrer Grundkondition. Neben den Auftritten in der Judo-Bundesliga für den Judo-Club Wiesbaden hat die Dahlemerin auch weitere Ziele für 2015. Sie will sich im deutschen Judo-Spitzenfeld weiter nach vorne arbeiten und etablieren. Auf der europäischen Bühne möchte sie sich bei den European Open gut platzieren: »Wenn es für mich möglich ist, Medaillenränge zu erzielen, wäre das natürlich richtig Klasse«, hofft sie auf weitere Erfolge auf der europäischen Bühne. Ihr größtes Ziel für 2015 ist die Teilnahme an den Europameisterschaften der Altersklasse U23, die voraussichtlich im schottischen Glasgow stattfinden werden. Dass dieser große Aufwand machbar ist, ermöglicht ihr die Sportfördergruppe der Bundeswehr: »Ich bin sehr froh darüber, in der Sportfördergruppe zu sein. Diese ermöglicht mir, mich voll und ganz auf meinen Judosport zu konzentrieren.«

Einen weiteren Fokus legt sie in der kommenden Saison auf den Veranstaltungen der European Open, dem ehemaligen World Cup. (pd)

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