VOLLEYBALL. Sympathische Karrierefrau

Unvergesslich: Olympischer Smalltalk mit Muhammad Ali

Artikel aus der Sonderbeilage des Wochenspiegels Schleiden und Euskirchen

Erfolgreiche Rechtsanwältin, Mutter von zwei wunderbaren Kindern und Erfolgstrainerin der Volleyball-Damen der SG Sportfreunde 69 Marmagen-Nettersheim. Das alles bekommt Judith Pelzer (geborene Flemig) unter einen Hut. Als 10-Jährige kam sie das erste Mal mit Volleyball in Berührung. Beim Teilzeitinternat des TC Kreuzau belegte sie einen Kurs und von da an ging es mit ihrer Karriere als Volleyballerin steil bergauf. Vom TC Kreuzau ging es zum Volleyball-Internat des USC Münster.

An die gemeinsame Internatszeit mit ihrer Freundin Angelina Hübner (geborene Grün) erinnert sich die 35-Jährige heute noch gerne zurück: »Wir haben in dieser Zeit unheimlich hart trainiert. Zweimal wöchentlich gab es vor der Schule um 6 Uhr morgens Trainingseinheiten. Das hat schon sehr geschlaucht, aber wir haben auch sehr viel Spaß in der Mannschaft gehabt. «Beim USC Münster sollte die heutige Trainerin auch ihre größten nationalen Erfolge feiern. In den Jahren 1997 und 1998 holte sie mit dem Team aus der Uni-Stadt die Deutsche Volleyballmeisterschaft und ein Jahr später den Deutschen Pokalsieg. Auch international war Judith Pelzer als Volleyballerin erfolgreich. 1999 belegte sie mit der deutschen Nationalmannschaft den vierten Platz bei der Volleyball Europameisterschaft.

Ein Jahr später folgte dann das Highlight ihrer Karriere als Volleyballspielerin. Bei den Olympischen Spielen in Sydney holte sie mit DVV-Team den sechsten Platz. Aber nicht nur an die eigenen sportlichen Aktivitäten bei den Spielen in Australien erinnert sich Pelzer heute noch gerne, sondern vor allem an das Flair und die Begegnungen mit anderen Sportlern: »Natürlich bleibt die Teilnahme an den Olympischen Spielen unvergesslich. Aber ich werde auch nie mein Treffen mit dem ehemaligen Weltklasseboxer Muhammad Ali vergessen, genauso wie die überwältigende Atmosphäre beim 100-Meter-Finale der Damen im Leichtathletikstadion. «Insgesamt trug Judith Pelzer 50 Mal das Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Zwei Jahre nach den olympischen Spielen wechselte sie vom USC Münster zu Bayer Leverkusen, bei dem sie 2005 ihre Karriere als Bundesligaspielerin beendete.

Das nächste Jahr stand dann – neben dem zweiten juristischen Staatsexamen – ganz im Zeichen ihres weiteren sportlichen Weges. Sie absolvierte erfolgreich den A-Lizenz-Lehrgang zur Volleyball-Trainerin, um ein Jahr später als Coach bei der SG Sportfreunde 69 Marmagen-Nettersheim ihre Erfolgsgeschichte zu beginnen.

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In den letzten sieben Jahren schaffte sie es mit der Damen-Volleyball-Mannschaft des Großvereins aus der Eifel den Aufstieg aus der Landesliga über die Verbandsliga, Oberliga, Regionalliga und 3. Liga in die 2. Bundesliga, in der ihr Team in diesem Jahr an den Start geht. Nach fünf Spielen rangiert das Team aus Marmagen und Nettersheim auf einem 9. Tabellenplatz. Nach den erfolgreichen letzten Jahren wird der Klassenerhalt in dieser Saison für die Pelzer-Truppe Priorität haben, das weiß auch die Trainerin: »Wir wollen natürlich den Klassenerhalt schaffen. Dazu muss man einen positiven Umgang mit Niederlagen erlernen.«

Stillstand bedeutet Rückschritt, auch das weiß Judith Pelzer und daher hat sie sich für die nächsten Jahre neben dem Training und der Betreuung der 1. Damenmannschaft große Ziele gesetzt: »Ich möchte weiter an dem Ausbau der Volleyballabteilung der SG Sportfreunde 69 arbeiten. Dabei wird mein Hauptaugenmerk auf der Förderung der Jugendarbeit liegen.«

Um alle diese Dingen unter einen Hut zu bringen braucht man natürlich Unterstützung und den erhält Judith Pelzer aus der eigenen Familie: »Die vielfältigen Aufgaben aus Sport, Familie und Beruf lassen sich nur durch die große Hilfe unserer Familien bewältigen. Als Beispiel nehme ich da einmal unsere Heimspiele. Die Omas sind anwesend, um unsere Kinder zu betreuen. Aber auch im Alltag stehen sie meinem Mann Sebastian und mir stets zur Seite.« Wenn dann bei all dem Trubel im Sport und Beruf im Hause Pelzer einmal Ruhe einkehrt, verbringen Judith und Sebastian Pelzer viel Zeit mit ihren Kindern. Gerne steht Judith Pelzer dann auch einmal hinter dem Herd und bekocht ihre Lieben. Dabei ist deutsche und italienische Kost am meisten angesagt.

Mit ihrer Volleyballfreundin Angelina Hübner verbindet sie neben der gemeinsamen Tätigkeit für das Projekt »Greenflamesports«, das Sportler während und nach der Karriere individuell managt, auch wieder etwas Sportliches. Angelina Hübner, eine der erfolgreichsten deutschen Volleyballerinnen, ist für die Sportfreunde 69 in dieser Saison als Spielerin gemeldet und wird zu sporadischen Einsätzen in der 2. Bundesliga kommen. Judith Pelzers Ziel für 2015 ist schnell gesagt: »Ich will weiterhin mit einer tollen Mannschaft verbunden sein.«

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