FUSSBALL. Mittelrheinliga. Erftstädter Erleichterung

Der Rivale patzt – Dem SC reicht ein 1:1 gegen Troisdorf zum Klassenerhalt

Artikel aus dem Kölner Stadtanzeiger von Thomas Giesen und Marc Grospitz

SC Germania Erftstadt-Lechenich – SF Troisdorf 1:1 (1:0). Sekt und Bier standen kurz vor dem Abpfiff schon bereit, um die Feierlichkeiten zum Verbleib in der Fußball-Mittelrheinliga einläuten zu können. Doch Germania-Trainer Paul Esser war trotz der 1:0-Führung seiner Elf im Duell mit Troisdorf noch längst nicht in Jubellaune. Er traute dem Braten nicht und wurde in der 90. Minute in seiner Skepsis bestätigt. Denn sein Spieler Benedikt Herrmann sorgte mit einem Eigentor für Entsetzen im Erftstädter Lager. Esser machte mit einem Tritt gegen die Auswechselbank seinem Ärger Luft, denn der sicher geglaubte Klassenerhalt war plötzlich wieder in Gefahr.
Kurz nach dem Abpfiff trieb ihn dann die Erftstädter Stadionsprecherin zur Weißglut. Sie verkündete bereits die Rettung – dabei war die für den Ausgang des Abstiegskampfes entscheidende Partie des direkten Konkurrenten SSV Merten gegen Wegberg-Beeck noch gar nicht beendet. „Hört auf!“, schrie Esser wütend über die Platzanlage, sein Telefon fest ans Ohr gepresst. Er hatte eine zuverlässigere Berichterstatterin nach Merten beordert: seine Frau. Merten lag zu diesem Zeitpunkt mit 3:4 zurück; ein Tor des SSV hätte den Erftstädter Abstieg besiegelt. „Erst als meine Frau gesagt hat, dass das Spiel in Merten zu Ende sei, konnte ich aufatmen“, sagte Esser.
Das Zittern hätten sich die Erftstädter allerdings ersparen können. Allein Fabian Häger hatte eine Vielzahl hochkarätiger Torchancen vergeben. Thorsten Muhlack zeigte sich dagegen treffsicher und erzielte per Fallrückzieher das Führungstor (14.). Das Schlusslicht aus Troisdorf war zwar bemüht, blieb aber zunächst harmlos. Erst in der Schlussphase kamen die 05er zu Torchancen. Ein Freistoß von Selcuk Alagöz prallte ebenso an die Latte (73.) wie ein Schuss von Sven Brand (87.). Dann fiel das 1:1, ehe Esser die frohe Botschaft seiner Frau erhielt.

Das Team des SC Germania Erftstadt-Lechenich feierte ausgelassen den Klassenerhalt in der Mittelrheinliga.
Erftstadt-Lechenich: Fieseler, Schiffer, Preis (80. Joch), Allinger, Herrmann, Grunert, Kochems (75. Recke), Schmoll, Muhlack, da Silva (46. Kaumanns), Häger.

SV Nierfeld – Euskirchener TSC 6:4 (4:3). Der SV Nierfeld hat sich torreich aus der Mittelrheinliga verabschiedet. Im letzten Saisonspiel gewann der bereits seit Wochen feststehende Absteiger gegen den Lokalrivalen Euskirchener TSC mit 6:4.
Bei sommerlichen Temperaturen waren beide Teams mit mächtig Zug in der Vorwärtsbewegung gestartet – im Defensivverhalten offenbarten Nierfeld und Euskirchen hingegen große Defizite. Die zahlreichen Zuschauer, die zu diesem vorerst letzten Aufeinandertreffen gekommen waren, nahmen dies freudig zur Kenntnis und bekamen große Unterhaltung geboten.
Das muntere Torschießen eröffnete der Nierfelder Michael Jansen bereits in der dritten Minute, als er eine Flanke von der rechten Seite volley ins untere Eck verwertete. Keine zehn Minuten später traf Martin Kerkau zum 2:0 für den SVN (11.). Es entwickelte sich eine muntere Partie, in der beide Mannschaften zu Chancen kamen. Nach gut einer halben Stunde belohnte sich der ETSC um kam durch Sebastian Kaiser zum 1:2-Anschlusstreffer (32.).
Die Freude darüber hatte aber nicht lange Bestand. Denn der Nierfelder Tobias Berzborn erzielte nur eine Minute später mit einem sehenswerten Distanzschuss aus 30 Metern das 3:1, ehe er wenig später sogar auf 4:1 erhöhen konnte (35.). Dieser Doppelschlag hätte eigentlich für klare Verhältnisse sorgen müssen, doch es kam anders. Noch vor der Pause trafen Peter Drosdiziok (42.) und Tom Barth (45.) zum 3:4 und brachten den ETSC zurück ins Spiel.
Nach dem Seitenwechsel ging es in ähnlichem Tempo weiter, allerdings ließ die Chancenverwertung zu wünschen übrig. Entsprechend dauerte es bis zur 72. Minute, bis das nächste Tor bejubelt werden durfte. Mit seinem zweiten Treffer erhöhte Kerkau zum 5:3 für den SVN und sorgte damit für die Vorentscheidung. Sein Teamkollege Berzborn machte mit seinem dritten Treffer schließlich das halbe Dutzend voll (80.), ehe der Euskirchener Frank Schroden mit dem Tor zum 6:4 den Schlusspunkt setzte (88.).
Mit dem Sieg verlässt Nierfeld die Liga erhobenen Hauptes. SVN-Coach Züll zeigte sich begeistert: „Das war ein Spektakel – aber von beiden Mannschaften. Ich glaube, keiner der Zuschauer hat heute sein Kommen bereut. Und wir können uns jetzt schon auf die nächste Saison freuen.“ Der ETSC beendete die Spielzeit hingegen auf dem achten Tabellenplatz.
SV Nierfeld: Fromm, Georgi, Scheidtweiler, Weiler, Winkler (47. Baum), Berzborn, Manteuffel, Rawicki (74. Eversheim), Jansen, Kerkau, Önal (81. Jacoby).
Euskirchener TSC: Griesehop, Saar, Foukis, Schroden, Ems (83. Traut), Golz, Leßenich, Barth, Drosdziok, Kaiser, Fuhl (60. Yilmaz).

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