FUSSBALL. Mittelrheinliga. Hoffnung im Sixpack

Erftstadt hat durch das 6:1 bei Hilal Maroc gute Chancen auf den Ligaerhalt

Artikel aus dem Kölner Stadtanzeiger von Jan-Philip Kirschke, Otmar Reetz und Marc Bädorf

Hilal Maroc Bergheim – SC Germania Erftstadt-Lechenich 1:6 (1:3). Die Hoffnung ist zurück – und das im Sixpack. Durch den klaren 6:1-Erfolg im Derby in Bergheim haben die Fußballer aus Erftstadt-Lechenich den Mittelrheinliga-Verbleib wieder selbst in der Hand. „Nicht mehr und nicht weniger“, sagte der sichtlich erleichterte Germania-Trainer Paul Esser nach der Begegnung. Sein Team profitierte vom Patzer der Konkurrenz aus Merten, die bereits am Freitag beim 1:2 in Windeck Federn gelassen hatte.
Dabei sah es auch für Essers Elf zunächst nicht gut aus. Bereits nach acht Minuten gingen die Bergheimer durch Offensiv-Ass Valdon Halimi in Führung. „Das war ein Schock für uns“, gestand Esser. Doch sein Team fing sich schnell und so entwickelte sich ein „heißes Spiel“, wie der Germania-Coach befand. Erst sorgte der überragend aufspielende Thorsten Muhlack (16.) für den Ausgleich, ehe Matthias Grunert die Partie mit seinem satten Kopfball in der 30. Minute drehte. „Der Ball schlug ein wie eine Rakete“, sagte Esser. Und damit nicht genug. Daniel da Silva erhöhte noch vor der Pause mit einem fulminanten Treffer auf 3:1 (37.). „Ein Traumtor“, sagte Esser: „Damit hatte wir den Bergheimern den Zahn gezogen.“
In der Tat kam von Hilal Maroc im vorerst letzten Mittelrheinliga-Spiel vor heimischer Kulisse nicht mehr viel. „Wir haben Fehler über Fehler gemacht“, sagte Josef Pfeiffer, der am Freitagabend nach dem Abschlusstraining mit seiner Mannschaft dem Videotext die Hiobsbotschaft entnommen hatte. Durch den 4:3-Erfolg des Rivalen Borussia Freialdenhoven in Wegberg-Beeck war sein Team abgestiegen. Und so präsentierten sich die Bergheimer am Sonntag dann auch. Von Aufbäumen nach dem Seitenwechsel war nichts zu sehen. Im Gegenteil: Die Gäste aus Erftstadt weiterhin die spielbestimmende Mannschaft und hatten noch nicht genug. Kapitän Bastian Schmoll erhöhte nach einer Stunde auf 4:1, den Bergheimern Michael Arndt (68.) sowie Abdelhak Arma (71.) unterliefen binnen dreier Minuten zudem zwei Eigentore.
Bitter für die beiden Bergheimer, aber für die Erftstädter vielleicht von unschätzbarem Wert. Denn durch das 6:1 haben sie nun ein um sechs Treffer besseres Torverhältnis als der punktgleiche SSV Merten auf dem ersten Abstiegsrang. Ein Showdown am letzten Spieltag ist also vorprogrammiert. Merten erwartet dann den Tabellenzweiten FC Wegberg-Beeck, die Esser-Elf tritt gegen die bereits als Absteiger feststehenden SF Troisdorf an. „Das wird ein Alles-oder-Nichts-Spiel“, sagte der Germania-Coach. Für seinen Gegenüber Josef Pfeiffer hat das letzte Spiel beim SV Bergisch Gladbach hingegen nur noch persönlichen Wert. Der Trainer wird Bergheim nach „drei schönen Jahren“ aller Voraussicht nach zum Saisonende verlassen und den schweren Gang in die Landesliga nicht mit antreten. „Der Verein will sich wohl neu sortieren“, sagte er nach dem letzten Heimspiel: „Nächste Woche wissen wir alle mehr.“
Erftstadt: Fieseler – Neils, Preis, Allinger, Herrmann, Grunert, Kochems (77. Recke), Schmoll, Muhlack (81. Bucher), da Silva, Häger (67. Kaumanns). Tore: 1:0 Halimi (8.), 1:1 Muhlack (16.), 1:2 Grunert (30.), 1:3 da Silva (37.), 1:4 Schmoll (60.), 1:5 Arndt (68./ET), 1:6 Arma (71./ET).
Euskirchener TSC – Alemannia Aachen II 3:3 (2:1). Das Fazit von ETSC-Co-Trainer Jörg Jordan, der in der kommenden Saison Sportlicher Leiter sein wird, fiel nach dem 3:3 ernüchternd aus: „Das war ein richtiger Sommerkick mit dem passenden Ergebnis.“ Dabei hatte seine Mannschaft trotz des Ausfalls von Kapitän Frank Schroden, der in der Nacht zum Samstag Vater geworden war, eine starke Anfangsphase geboten. Thomas Leßenich (20.) und Peter Drosdziok (25.) münzten die Euskirchener Überlegenheit in dieser Phase des Spiels in Tore um. „Da habe ich noch gedacht, dass wir gewinnen würden“, meinte Jordan. Doch aus einem entspannten Nachmittag wurde nichts. Denn Aachen erzielte überraschend durch Tobias Mohr das 1:2 (30.). Anschließend verlor der ETSC den Faden. „Wir haben einfach nicht mehr konsequent gespielt“, monierte Jordan. So kamen die Gäste zum Ausgleich durch Masato Yoshihara (75.). Sebastian Kaiser brachte den ETSC zwar noch einmal in Führung (85.), doch in der Schlussminute markierte der Aachener Trainer Sven Schaffrath, der sich angesichts der Personalnot selber eingewechselt hatte, den Treffer zum 3:3-Endstand.
Derweil bestätigte der ETSC die ersten Zugänge: Sascha Engel (Kaller SC) und Benny Hoose (Victoria Hamburg) stoßen in der kommenden Saison zum Kader von Trainer Kurt Maus.
Euskirchener TSC: Grieshop, Foukis, Saar, Golz, Winkler, Fuhl (59. Ebersbach), Kaiser, Leßenich, Barth, Drosdziok, Ems (52. Esamangua).

SF Troisdorf 05 – SV Nierfeld 2:0 (0:0). Der Nierfelder Klubchef Karl-Heinz Büser, Coach Achim Züll, Vorstandsmitglied Michael Möhrer und Willi Küpper fuhren mit dem Fahrrad zum Spiel in Troisdorf. Küpper gilt als Kandidat für die frei werdende Trainerstelle bei der Nierfelder Reserve, die künftig in der Bezirksliga spielen wird. Die Anstrengungen der Radler sollten von der Mannschaft nicht belohnt werden. In dem Duell zweier designierter Absteiger setzte sich Troisdorf mit 2:0 durch. „Die Troisdorfer Spieler hatten nach dem 1:0 richtig Bock auf Fußball. Bei uns ging dagegen nichts mehr“, sagte SVN-Mittelfeldspieler Marcus Georgi. Dies wirkte sich aus: Nur fünf Minuten nach dem 1:0 (71.) fiel auch schon das 2:0. Damit war die Partie für Nierfeld gelaufen.
Nierfeld: Fromm, Weiler, Georgi (54. Winkler), Scheidtweiler, Berzborn, Baum, Rawicki, Önal (78. Jakoby), Michael Jansen, Manteuffel, Kerkau. Tore: 1:0 Klein (71.), 2:0 Brand (76.).

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