GEMÜND. Ein Industriedenkmal schmückt den neuen Kreisverkehr in Gemünd

Ein rund 15 Tonnen schwerer »Kollergang« steht in der Mitte des Kreisels – die »Rentner für Gemünd« restaurierten Objekt aufwändig

Artikel aus dem Schleidener Wochenspiegel von Paul Düster

Der neue Kreisverkehr in Gemünd hat ein Industriedenkmal erhalten. Ein rund 15 Tonnen schwerer Kollergang der ehemaligen Papierfabrik Hermann Kattwinkel ziert nun das Rondell. Rund eineinhalb Jahre hatten es die »Rentner für Gemünd« restauriert.

GEMÜND (PD). Eigentlich sollte der Kollergang bereits zur 800 Jahr-Feier den neuen Kreisel am Hermann-Kattwinkel-Platz zieren. Doch durch die Verzögerungen bei den Bauarbeiteten konnte er erst jetzt aufgestellt werden.
Der Kollergang schlummerte, nachdem die Pappe-Produktion 1980 eingestellt wurde, auf dem Gelände der Firma KTS Verpackungs-GmbH in Gemünd. »Wir haben 1987 das Betriebsgelände der Papierfabrik Hermann Kattwinkel
gekauft und dabei ist der Kollergang auch in unseren Besitz übergegangen«, erklärt Geschäftsführer Achim Andree, wie er an das historische Gerät gekommen ist. Der Kollergang diente einst zur Zerkleinerung von Altpapier.
Durch Beigabe von Wasser wurde daraus Papierbrei gewonnen, der später zu Pappe verarbeitet wurde. »Zunächst bestanden Pläne, das Gerät zu restaurieren und als Blickfang für den firmeneigenen Mitarbeiter-Aufenthaltsplatz zu nutzen. Als die Stadt Schleiden, dann bei der Planung des Kreisels auf mich zugekommen ist und gefragt hat, ob der Kollergang dort aufgestellt werden könnte, habe ich mich spontan dazu entschieden, ihn zu spenden.
Einen besseren Platz gibt es wohl nicht«, so Andree. Nach der Vorplanung vor gut eineinhalb Jahre traten dann die »Rentner für Gemünd« in Aktion. Die sechs Herren, machten sich am schweren Gerät an die Arbeit. Das Objekt wurde demontiert, gesandstrahlt, gestrichen und wieder zusammengesetzt. Beim Materialeinsatz und Transport wurden sie finanziell von der Stadt unterstützt.
Mit einem Spezialkran der Firma Kurth aus Blankenheim wurden zunächst drei der vier Wannenteile in den vorgefertigten Betonsockel gehoben. »Das vierte Wannenteil war so verrottet das es nicht mehr restauriert werden konnte. Aber durch die entstehenden Lücken, haben die Passanten und Autofahrer einen besseren Blick auf das Innenleben«, erklärt Heiner Lotz, einer der »Rentner für Gemünd«.
Während des Aufstellens stand aus Sicherheitsgründen der komplette Verkehr rund um den Kreisel still, bis das vermutlich um 1880 erbaute Geräte an seinem neuen Platz stand.

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