HANDBALL. Landesliga. Die bessere Zwischenlösung

TVE siegt unter Interimscoach Hoffmann gegen KTV um Aushilfstrainer Schmitz

Artikel aus dem Kölner Stadtanzeiger von Marc Bädorf

TVE Bad Münstereifel – TV Kuchenheim 31:29 (14:18). Im Vorfeld des Derbys in der Handball-Landesliga zwischen dem TVE Bad Münstereifel und dem TV Kuchenheim gab es auf beiden Seiten reichlich Unruhe. Nachdem Coach Charly Jonas bereits unter der Woche seinen sofortigen Rücktritt beim TVE bekanntgegeben hatte, gab es auch in Kuchenheim einen kurzfristigen und zugleich überraschenden Wechsel auf der Trainerbank: Der KTV trennte sich noch vor dem Lokalduell von seinem sportlichen Verantwortlichen Adam Wudniak, der seine Arbeit erst zu Saisonbeginn aufgenommen hatte.

„Wir haben in den ersten drei Partien einfach nicht an unsere Leistungen aus der vergangenen Saison anknüpfen können. Zudem konnte uns Adam mit seinen Trainingsmethoden nicht überzeugen“, erklärte KTV-Betreuer Alexander Müller stellvertretend für den Vorstand. Die Tatsache, dass Wudniak als ehemaliger polnischer Zweitligaspieler auch selber ins Geschehen eingreifen wollte, hatte bereits für Ärger gesorgt. Ursprünglich sollten diese Probleme in einem Austausch am heutigen Montag ausgeräumt werden, doch dazu kam es nicht mehr.

Und so fungierte beim Match in der Kurstadt vorübergehend Wolfgang Schmitz als Spielertrainer des KTV. Anschließend wird Michael Kurth das Amt übernehmen. „Michael coacht bereits die A-Junioren der HSG Euskirchen und wir haben vollstes Vertrauen in seine Arbeit“, sagt Müller. Entsprechend saßen im Derby mit Schmitz (Kuchenheim) und Markus Hoffmann (Bad Münstereifel) auf beiden Seiten Interimstrainer auf der Bank. Dank des 31:29-Erfolgs der Bad Münstereifeler erwies sich die Zwischenlösung des TVE letztlich als die bessere.

Dabei hatte es zunächst so ausgesehen, als habe der Trainerwechsel bei den Gästen aus Kuchenheim den größeren Effekt. Denn bis auf einen 1:2-Rückstand zu Beginn der Partie lag der KTV über die gesamte erste Halbzeit in Führung und ging mit einem Vier-Tore-Vorsprung (18:14) in die Pause. „Wir waren im ersten Spielabschnitt das überlegene Team“, meinte Müller.

Daran änderte sich zunächst auch nach dem Wechsel nichts. Doch dann drehte der Gastgeber, besonders in Person von Uli Holtmeier und Simon Wilms, auf und glich in der 44. Minute zum 22:22 aus. Es entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, welches Bad Münstereifel am Ende für sich entscheiden konnte. „Der Sieg war unheimlich wichtig für unsere Moral. Wir haben gezeigt, dass wir noch leben“, freute sich Tobias Kohn, Spieler und Vorstandsmitglied beim TVE.

TVE Bad Münstereifel: Schwalb, Kühl, Fiedler (1), Holtmeier (10/5), Wilms (9), Cattelaens (1), Kruse (1), Smakolli (2), Reyer (7), Kockerols.

TV Kuchenheim: Waschkau, Linnenkohl, Hackhausen (4), Kröger (1), Schnitzler (1), Howitz (5/1), Müller (11/1), Schmitz (2), Henzel (2), Lingscheidt (3), Odenkirchen, Rabhioui.

Palmersheim – SG Eschweiler 39:23 (17:12). Etwa zehn Minuten lang tat sich der TV Palmersheim in der Landesliga-Begegnung gegen die Eschweiler SG schwer und geriet mit 7:9 ins Hintertreffen. Doch dann wachten die Palmersheimer auf, drehten bis zur Halbzeit das Spiel und gingen mit einer 17:12-Führung in die Pause.

Auch nach dem Seitenwechsel war der TVP die spielbestimmende Mannschaft und konnte seine Führung auch dank zunehmender konditioneller Defizite aufseiten der SG Eschweiler ausbauen. „Eschweiler konnte unser hohes Tempo nicht mehr mitgehen. Das haben wir eiskalt ausgenutzt“, lobte der Palmersheimer Trainer Albert Peters die Leistung seiner Schützlinge nach dem letztendlich deutlichen 39:23-Erfolg.

Und Peters hatte noch einen weiteren Grund zur Freude: Aufgrund der Ausfälle von Roland Wiese und Daniel Jonas hatte er erstmals Neuzugang Yannic Grömping im Mittelblock das Vertrauen geschenkt – und er wurde nicht enttäuscht. „Unsere Deckung hat sehr gut gearbeitet und Yannic hat einen großen Teil dazu beigetragen“, meinte Peters. Auch seine Offensive um die starken Sebastian Loben (12) und Dominik Jankowski (9) erhielt ein kollektives Lob: „Wir zeigen vorne endlich, was wir können. Das sieht spielerisch schon gut aus.“

TV Palmersheim: Wershoven, Esser, Loben (12/5), Heidebrecht (2), Jankowski (9), Florian Müller (4), Bernads (4), Christian Müller, Michael Kloß (3), Matthias Kloß (2), Grömping (3).

HSG Siebengebirge-Thomasberg III – TV Euenheim 28:34 (13:19). Der TV Euenheim hat den ersten Saisonsieg eingefahren. Im Kellerduell der Landesliga setzte sich das Team bei der bislang ebenfalls sieglosen Drittvertretung der HSG Siebengebirge-Thomasberg klar mit 34:28 durch. „Wir haben eine souveräne Leistung gezeigt. Das war stellenweise schon der Handball, den ich mir vorstelle“, lobte TV-Trainer Peter Trimborn die Leistung seiner Spieler.

Sein Team tat sich zwar am Anfang etwas schwer, setzte sich dann aber in einer Phase nach der 20. Minute etwas ab und verteidigte diesen Vorsprung bis zum Ende. „Ich kann heute keinen meiner Jungs wirklich herausheben, wir haben im Kollektiv überzeugt“, sagte Trimborn.

TV Euenheim: Lierenfeld, Merten (3), Becker (8/1), Hirschmeier (2), Bünder (2), Korn (2), Behrenbeck, Schmitz (1), Trimborn (1), Schwarzbach (6), Marinjok (3), Breuer (2), Palmen (1), Engel (3).

Dieser Beitrag wurde unter Handball, SPORT abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.