FUSSBALL. Mittelrheinliga: Hägers Lupfer sichert den Coup

Erftstadt bezwingt den Favoriten aus Bergisch Gladbach mit 1:0 – ETSC siegt glücklich

Artikel aus dem Kölner Stadt Anzeiger von Thorsten Jordan

SC Germania Erftstadt-Lechenich – SV Bergisch Gladbach 09 1:0 (0:0). Es war der perfekte Start in die Saison. Dank einer disziplinierten und engagierten Leistung haben die Mittelrheinliga-Fußballer von Germania Erftstadt den Aufstiegsaspiranten aus Bergisch Gladbach mit 1:0 besiegt. Fabian Häger nutzte nach einer Stunde eine der wenigen Torchancen zum Siegtreffer für den Außenseiter. „Ich habe meine Mannschaft kaum wiedererkannt“, zeigte sich Germania-Trainer Paul Esser überrascht vom guten Auftritt seiner Elf. „Wir haben eine durchwachsene Vorbereitung gespielt, und daher war ich nicht so ganz überzeugt, dass wir heute bestehen können“, gab Esser nach der Partie zu.

Wie erwartet nahmen die Gäste zwar von Beginn an das Heft in die Hand, wurden von der Erftstädter Elf aber früh gestört. „Unser Defensivverhalten war einfach klasse. Die ganze Mannschaft hat hervorragend gearbeitet“, lobte Esser seine Equipe und betonte: „Wir haben über die gesamten 90 Minuten keine echte Torchance zugelassen.“ Die Vollendung dieser starken Leistung leitete dann ausgerechnet Thorsten Muhlack ein. In der vergangenen Spielzeit war er aufgrund zahlreicher kleinerer Blessuren nur selten in Bestform gewesen, nun aber setzte er seinen Sturmpartner Häger perfekt in Szene. Der 25-Jährige lupfte anschließend den Ball über Gästetorwart Michael Cebulla ins Tor. „Der Treffer allein war das Eintrittsgeld wert“, freute sich Esser. Sein Team beendete das Auftaktspiel sogar noch in Überzahl, denn der Gladbacher Joshua Schmitt sah zwei Minuten vor dem Abpfiff nach einem Frustfoul noch die Rot.

Erftstadt-Lechenich: Fieseler, Schiffer (73. Thommes), Joch, Allinger, Preis, Grunert, Kochems, Mauer (68. Bucher), Muhlack, Häger, da Silva (87. Neils).

Sportfreunde Troisdorf 05 – Euskirchener TSC 2:3 (1:2). In der Begegnung zwischen den Sportfreunden Troisdorf und dem Euskirchener TSC lief bereits die 90. Spielminute, als Euskirchen mit seiner letzten Aktion für blankes Entsetzen aufseiten der Sportfreunde sorgte. Denn der fünf Minuten zuvor eingewechselte Benny Wiedenau erzielte für den Favoriten aus Euskirchen doch noch den 3:2-Siegtreffer.

„Dieser Gegentreffer war für uns natürlich verdammt bitter. Wir hätten den Punkt aus meiner Sicht nämlich verdient gehabt“, sagte Murat Alkan. Der Sportliche Leiter der Troisdorfer hatte mitansehen müssen, wie sein Team zu Beginn sehr nervös agierte. Insgesamt wirkten die 05er unsicher, fanden zu keinem geordneten Spielaufbau und mussten zu allem Überfluss bereits nach acht Minuten durch ein Kopfballtor des Euskircheners Peter Drosdziok den Rückstand hinnehmen. Als dann auch noch ETSC-Spieler Robert Zimnol das 2:0 nachlegte (26.) schien das Unheil für das Team von 05er-Trainer Armin Görgens seinen Lauf zu nehmen. Doch es kam anders. „In der ersten halben Stunde war unsere Leistung noch okay. Aber dann wurde es bis zur Pause immer weniger“, sagte sein Gegenüber, der Euskirchener Trainer Kurt Maus. Noch vor dem Seitenwechsel musste die Maus-Elf durch ein Kopfballtor des Troisdorfer Sven Brand den Anschlusstreffer zum 1:2 hinnehmen (40.).

Im zweiten Durchgang blieben die Hausherren am Drücker und wurden belohnt. Denn der eingewechselte Jaouad El Harriri traf zehn Minuten vor dem Ende zum 2:2 für Troisdorf. „Wir sind in der zweiten Halbzeit völlig unter unseren Möglichkeiten geblieben. Das war zu wenig. Am Ende stimmte nur das Ergebnis“, polterte Maus, der vor allem von den sogenannten Leistungsträgern im Team maßlos enttäuscht war. Die Gäste aus Euskirchen agierten tatsächlich viel zu langsam und kamen in den Zweikämpfen meistens einen Schritt zu spät. Auch von einem geordneten Spielaufbau war in der zweiten Hälfte so gut wie nichts mehr zu sehen.

Dennoch ergaben sich klare Möglichkeiten, die unter anderem von den Euskirchenern Zimnol, Thomas Leßenich und Marcel Kaiser zum Teil kläglich vergeben wurden. „Da fehlen mir einfach die Worte. Am Anfang der Woche wird Tacheles geredet. So kann es nicht weitergehen“, zog Maus trotz des Erfolgs ein ernüchterndes Fazit.

Euskirchener TSC: Griesehop, Saar, Foukis, Schroden, Radschuweit, Golz, Zimnol, Leßenich, Drosdziok (70. S. Kaiser), Winkler (85. Wiedenau), M. Kaiser.

SV Nierfeld – TSV Germania Windeck 1:3 (0:2). Der rundum erneuerte Kader der Gäste aus Windeck konnte ausgerechnet in Nierfeld das erste Ausrufezeichen setzten. „Die meisten hatten uns bereits im Vorfeld abgeschrieben. Aber diese drei Punkte kann uns keiner mehr nehmen“, freute sich der Windecker Trainer Marcus Voike über den 3:1-Auswärtssieg. Der Nierfelder Coach Achim Züll dagegen war maßlos enttäuscht von der Darbietung seiner Schützlinge: „Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir überhaupt nicht in die Partie gefunden. Windeck war einfach bissiger und hat uns den Schneid abgekauft.“

Bereits nach 13 Minuten hatte Manuel Schwarz einen direkten Freistoß zur Windecker Führung verwandelt und damit für einen Auftakt nach Maß für die Gäste gesorgt. „Das hat uns natürlich das nötige Selbstvertrauen gegeben“, sagte Voike, der sogar kurz darauf noch einmal jubeln durfte, weil sein Spieler William Masunda auf 2:0 erhöhte (18.). Vom SV Nierfeld war dagegen nicht viel zu sehen, und entsprechend ging die Germania mit einem 2:0-Vorsprung in die Pause.

Kurz nach dem Seitenwechsel kam es für den TSV sogar noch besser: Joscha Trommler traf nach einem Freistoß von Daniel Ottersbach per Kopf zum 3:0 (48.). „Da war die Partie praktisch schon gelaufen“, meinte Züll, dessen Elf sich aber zumindest nicht hängen ließ. Nachdem die Schwarz-Weißen dann nach 62 Minuten durch Michael Jansen zum 1:3-Anschluss gekommen waren, erhöhten sie den Druck, doch ernsthaft in Gefahr geriet der Sieg der Germania nicht mehr.

„Von Spielern wie Oliver Manteuffel, Pierre Winkler oder auch Marcus Georgi, allesamt Leistungsträger, muss einfach mehr kommen“, sagte Züll, der letztlich keine richtige Erklärung für den bescheidenden Auftritt seiner Mannschaft hatte. Verständlich, denn Nierfeld absolvierte eine gute Vorbereitung und entsprechend waren eigentlich alle voller Hoffnung, mit einem Sieg in die Saison zu starten. „Bei uns war der absolute Wille nicht zu erkennen. Beim Gegner aber schon“, fand Züll.

SV Nierfeld: Fromm, Schleicher, Rawicki (65. Berzborn), Scheidtweiler, Peiffer (80. Baum), Manteuffel, Winkler, Georgi, Önal (46. Knauff), B. Jansen, M. Jansen.

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