VOGELSANG. „Ein Museum für Menschen“

Ab Christi Himmelfahrt „Rotkreuzmuseum vogelsang ip für internationales Völker- und Menschenrecht“ mit neuer Ausstellung „150 Jahre Rotes Kreuz“ – In 60 Minuten durch die Zeitgeschichte – Bundesvorsitzender Bernd Schmitz war da, bald kommt DRK-Präsident Rudolf Seiters – 2014 steht Migration im Mittelpunkt – Erste Grundsanierung fertig, aber es bleibt noch viel zu tun

Dass die Menschenwürde ausgerechnet am Ort schlimmster Menschenverachtung hochgehalten wird, ist dem Roten Kreuz zu verdanken:  Am 8. Mai öffnet in einem der Kameradschaftshäuser der früheren Nazi-Ordensburg Vogelsang das „Rotkreuzmuseum vogelsang ip für internationales Völker- und Menschenrecht“ seine Pforten.

Auf einem Rundgang durch die Geschichte des Elends und der humanitären Hilfe begegnet man Verwundeten in einer zerbombten Stadt, weinenden Kindern, in bewohnten Dörfern operierenden Militärs, eingeklemmten Erdbebenopfern, Gefangenen hinter Stacheldraht, Kindersoldaten, und verzweifelten Menschengesichtern. 2013 steht im Zeichen der Rotkreuzgründung vor 150 Jahren.

„Das Entscheidende ist, wenn
Menschen was für Menschen tun“

Das Museum in Vogelsang ist in der Gegenwart angekommen wie kaum ein anderes. Und es zeigt nicht vorrangig Exponate, es transportiert Werte. „Das Entscheidende ist, dass Menschen etwas für Menschen tun“, sagt Rolf Zimmermann, der Initiator und Spiritus rector der jährlich wechselnden Ausstellungen wie der Einrichtung selbst.

Im „Rotkreuzmuseum vogelsang ip für internationales Völker- und Menschenrecht“ wird auf zwei Etagen bei einem rund 60minütigen Rundgang der Bogen von der Geschichte über die Gegenwart in die mögliche zukünftige Entwicklung globaler Probleme und menschlicher Hilfe geworfen.

„Dieses Museum ist im Gegensatz zu den meisten anderen Rotkreuz-Museen, die ich kenne, ein Museum des Menschenrechts und der Werte“, bescheinigte unlängst DRK-Bundesvorstand Bernd Schmitz aus Berlin bei einem Besuch in Vogelsang. Für September hat sich DRK-Präsident Rudolf Seiters angemeldet. Er besucht „Rotkreuzmuseum vogelsang ip für internationales Völker- und Menschenrecht“ und den Rotkreuz-Ortsverein in Zülpich, der dann 100 Jahre alt wird.

Zur offiziellen Museumseröffnung am Mittwoch, 8. Mai, dem Vorabend von Christ Himmelfahrt, gehören zu den rund 120 eingeladenen Gästen auch Landesverbands-Präsident Hans Schwarz und der Landesvorstand Hartmut Krabs-Höhler sowie sein designierter Kollege im Vorstand Detlef Schmidt.

„Das Museum vertritt nicht nur
Werte, es atmet auch ihren Geist“

Viele lokale und regionale Größen werden erwartet, auch aus der Stadt Mechernich. Landrat Günter Rosenke, der langjährige Schirmherr des Roten Kreuzes, und Udo Meister, der Bürgermeister der Eifelstadt Schleiden, in deren Territorium Vogelsang liegt, wollen sich im Gespräch mit dem Mechernicher Journalisten Manfred Lang Talkrunden stellen.

Es ist schon Tradition, dass es keine Ehrengastbegrüßung gibt. Rolf Zimmermann: „Und das ist auch bei unseren Gästen und Besuchern akzeptiert. Es ist unsere Art, alle Menschen gleich wertzuschätzen. Im Museum in Vogelsang ist jeder gleich herzlich willkommen – als Mensch!“ Das mache den kleinen Unterschied: „Das Museum vertritt nicht nur Werte, es atmet auch ihren Geist!“

Rolf Zimmermann und sein sechsköpfiges Team  haben mit Hilfe vieler Dutzend freiwilliger Rotkreuzler und einiger Firmen das Museum zur Eröffnung komplett umgestaltet und auch in elementarer Hinsicht einige Dinge bereits renoviert. Das frühere Kameradschaftshaus Nr. 10 wurde neu eingedeckt sowie sanitär und heizungstechnisch erschlossen.

Einige Räume wurden saniert, verputzt und angestrichen. Andere „Macken“ bleiben bewusst sichtbar, so Rolf Zimmermann: „Die Museumsbesucher sollen erkennen: Es bleibt noch eine Menge zu tun – in handwerklicher und auch in finanzieller Hinsicht.“ Denn das Rote Kreuz bestreitet ein solches Unternehmen nicht aus seinen laufenden Einnahmen und Spenden. Da müssen viele in die Tasche greifen, damit es läuft.

Insgesamt ist Rolf Zimmermann und seinen Helfern bereits Unvorstellbares gelungen. Vom ersten Maßnehmen in den Internationalen Rotkreuzmuseen in Genf und Castiglione im Sommer 2010 bis zur Eröffnung 2013 im 150. Jahr des Internationalen Roten Kreuzes sind weniger als drei Jahre vergangen.

Nicht zuletzt dank der finanziellen Unterstützung diverser Sponsoren und vor allem privater Mittel und privaten Engagements, das der seit Jahrzehnten unermüdliche Rotkreuzmann Rolf Zimmermann investiert.

Der neue etwa 60-minütige Weg durch die zwei Stockwerke des Museum nimmt 2013 anlässlich „150 Jahre Rotes Kreuz“ den beschriebenen Weg durch die Geschichte der humanitären Hilfe und  auch durch die Welt der Werte, Statuten und Konventionen, die dank des Roten Kreuzes das Gesicht der Welt ein bisschen humaner gemacht haben. Und es wird die Frage aufgeworfen: Wie geht es weiter?

Menschenbilder des Aachener
Künstlers Detlef Kellermann

Nicht von ungefähr stehen fast am Ende des Rundgangs 2013 drei Räume mit Bildern des Aachener Künstlers Detlef Kellermann, in denen es um „Menschenmenge“, so der Titel, Menschenrechte und Menschenwürde geht. Zu dieser Ausstellung wurde ein gleichnamiger Bildband herausgegeben, der wie viele andere Rotkreuz-Accessoires im Museumsshop erhältlich ist.

In den neuen Museumsverlauf integriert wurde auch die berühmte  Ausstellung über das Ende des Kalten Krieges und des Eisernen Vorhanges über die Prager Botschaftsflüchtlinge. Und die soll auch 2014 noch bleiben. Denn nach dem historischen Schwerpunkt 2013 wollen Rolf Zimmermann und Team 2014 im „Rotkreuzmuseum  vogelsang ip für internationales Völker- und Menschenrecht“ den Schwerpunkt auf Migration setzen. Da gelte es noch viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit zu leisten.

Denn viele, wenn nicht die meisten Europäer meinten „Länder wie Deutschland, Großbritannien oder die USA würden die meisten Flüchtlinge aufnehmen und das Boot sei möglicherweise bald voll“, so Zimmermann: „Wir wollen die Fakten darlegen, wie sie sind, und zeigen Hintergründe und Motive, warum Menschen ihre angestammte Heimat verlassen müssen.“

Dabei werde dann auch deutlich werden, wo die meisten Emigranten ankommen, so Zimmermann: „In Kenia, in Ruanda oder im Tschad, wo die angestammte Bevölkerung selbst nicht viel hat.“

pp/Agentur ProfiPress

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