FUSSBALL. Ex-ETSC-Trainer Nino Flohe hospitiert beim 1. FC Köln

Was macht eigentlich der ehemalige Trainer des Euskirchener TSC?

Ein Artikel von Daniel Misterek mit freundlicher Genehmigung vom 1. FC Köln GeißbockEcho

Trainer-Hospitanzen beim 1. FC Köln

Jedes Jahr hospitieren zahlreiche Trainer beim 1. FC Köln, um neue Erfahrungen zu sammeln und die professionellen Arbeitsstrukturen des FC kennenzulernen. Auch Nino Flohe, der Sohn des ehemaligen FC-Profis Heinz Flohe nutzt die Gelegenheit, seiner Trainerkarriere weitere Impulse zu verleihen.

U19-Trainer Manfred Schadt bereitet eine Taktik auf den nächsten Gegner vor. Er zeichnet gewünschte Spielmuster auf der Taktiktafel auf und erklärt, was er von seiner Mannschaft in der kommenden Partie erwartet. Nino Flohe hört gespannt zu. Der Sohn des ehemaligen FC-Profis Heinz Flohe hospitiert zurzeit beim 1. FC Köln. „Ich erhalte beim FC unheimlich wertvolle Erfahrungen, die ich für meine Trainer-Karriere nutzen kann“, berichtet Nino Flohe.

Zahlreiche Trainer melden sich jedes Jahr beim 1. FC Köln, um die Chance zu erhalten, beim FC hospitieren zu können. „Wir haben so viele Bewerbungen, sodass wir leider nicht jeden Wunsch erfüllen können. Aber wir geben unsere Erfahrungen natürlich gerne an Trainer kleinerer Vereine weiter. Wir haben nichts zu verbergen und sehen es als ein positives Zeichen, dass so viele unsere Struktur und unsere Arbeit näher kennenlernen möchten“, erklärt Stephan Engels, Leiter des FC-Nachwuchsleistungszentrums.

Flohe hospitierte zunächst zehn Tage bei der Profi-Mannschaft und wechselte danach in den Nachwuchsbereich. „Die Arbeit beim FC ist sehr professionell und es herrscht eine sehr angenehme Atmosphäre. Ich wurde vom ersten Tag an aufgenommen, als wäre ich schon lange dabei“, zeigte sich der 44-jährige Euskirchener begeistert. U19-Trainer Schadt erklärt: „Es ist wichtig, dass die Trainer einen tiefen Einblick in unsere Arbeit erhalten. Das ist natürlich ein Vertrauensbeweis, aber  nur so kann man etwas lernen und Erfahrungen für seine eigene Trainerkarriere mitnehmen.“ So sind die Hospitanten in Spieltagsabläufe,  Spieltagsvorbereitungen und –nachbereitungen eingebunden. Sie erleben hautnah die taktischen Vorbesprechungen in der Kabine vor Meisterschaftsspielen  und die Videoanalysen der eigenen Spiele und die der gegnerischen Teams.

Schadt weiß, wie wichtig solche Erfahrungen für die eigene Laufbahn sind: „Ich habe früher bei vielen verschiedenen Vereinen hospitiert. Für mich war es bedeutsam verschiedene Trainerstile kennenzulernen. Trainer mit einem autoritären Führungsstil, emotionale Charaktere – man muss als Trainer seinen eigenen Stil finden, aber verschiedene Eindrücke bringen dich immer weiter.“ Auch international bildete sich Fußballfachmann Schadt fort und hospitierte unter anderem bei Fenerbahce Istanbul.

 In der aktuellen Saison waren mit Klaus Pabst und Carsten Cullman zwei weitere Nachwuchs-Trainer beim FC Barcelona zu Besuch. Doch auch beim FC hospitieren nicht nur Trainer kleinerer Vereine: Im Rahmen eines DFB-Lehrgangs sammelte bereits Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus Eindrücke bei der U19 des 1. FC Köln. Auch Flohe ist in die Trainingsarbeit der U19 eingebunden und bei den Spielen mit der Trainerbank. Als die U21 des 1. FC Köln am vergangenen Wochenende mit 1:0 gegen den SC Wiedenbrück 2000 gewann, saß Flohe im Franz-Kremer-Stadion mit auf der Trainerbank. Er fieberte mit, bejubelte mit dem Trainer-Stab das Sieg-Tor von Mittelfeldspieler Robin Hömig und freute sich mit der Mannschaft über die drei Punkte in der Regionalliga West.

Seine Liebe zum FC hat er durch seinen Vater Heinz Flohe in die Wiege gelegt bekommen. „Flocke“ wurde in Köln geboren und wechselte 1966 zum FC. 1970 feierte er unter Bundestrainer Helmut Schön sein Debüt in der Deutschen Nationalmannschaft. Auch die erfolgreichste Zeit des 1. FC Köln prägte Flohe mit. 1977 wurde er mit dem FC Deutscher Pokalsieger und führte seinen Club ein Jahr später zum Double. „Ich habe immer gerne stundenlang zugehört, wenn mein Vater von seinen Erlebnissen mit dem FC erzählt hat. Er war 18 Jahre alt, als er seinen ersten Profi-Vertrag erhielt. Die Geschichten waren so fesselnd und beeindruckend und haben in mir auch die Leidenschaft für den Fußball und den FC geweckt“, berichtet Nino Flohe. Sein Vater nahm ihn schon als kleinen Jungen mit ans Geißbockheim. „Ich war schon immer von der Torhüter-Position fasziniert und einmal hat mir mein Vater ein Torwart-Training mit Toni Schumacher ermöglicht. Ich habe seine Handschuhe getragen – das war ein ganz besonderes Erlebnis.“

Nino Flohe erinnert sich gerne an diese Zeit zurück, denn mittlerweile hat er mit einem familiären Schicksal zu kämpfen. „Mein Vater liegt seit fast zwei Jahren im Wach-Koma. Er ist in einem Rehabilitationszentrum in der Nähe von Düren untergebracht“, erklärt Nino Flohe. Sein Vater Heinz erlitt 2010 einen Herzstillstand, musste wiederbelebt werden und liegt seitdem im Wach-Koma. „Zwei Jahre ist eine sehr lange Zeit“, erklärt Nino Flohe. „Aber ich habe gehört, dass eine Patientin auch nach fünf Jahren noch aus einem ähnlichen Zustand erwacht ist. Das macht Hoffnung und der Zustand meines Vaters ist seit Weihnachten besser geworden. Im Dezember haben wir uns große Sorgen um ihn gemacht, aber mittlerweile hat er sich wieder spürbar erholt.“ Nino und seine Mutter Ursula sind oft bei Heinz Flohe. „Wenn der FC spielt, machen wir ihm das Radio an“, erzählt Nino. „Wir sind sehr dankbar, dass sich der FC so rührend um Flocke kümmert und uns nicht im Regen stehen gelassen hat. Seine alten Freunde beim FC schauen regelmäßig bei ihm vorbei.“ Stephan Engels gehört zu Flockes Freunden: „Wir werden ein Spiel unserer Alt-Internationalen gegen Flohes Freunde austragen und die Einnahmen seiner Familie zur Verfügung stellen. Flocke ist ein besonderer Mensch und natürlich ist es zudem eine Selbstverständlichkeit, dass wir unsere ehemaligen Spieler nicht vergessen.“

Foto: Geißbock-Echo

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Eine Antwort zu FUSSBALL. Ex-ETSC-Trainer Nino Flohe hospitiert beim 1. FC Köln

  1. locki1212 schreibt:

    Viel Glück Nino bei
    allem was du machen möchtest,und für deinen Dad nur das beste,und das ganz schnell ein Wunder geschieht,und ihn wieder am geschehen teilnehmen läßt. Alles Gute

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